Wege und Werke
Marianne Kühn-Berger
Kurt-Hermann Kühn
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KURT-HERMANN KÜHN

 

*1926 in Merseburg geboren.

*1946 bis 1952 Studium an der Akademie

für Graphik und Buchdruck, Leipzig

und Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst, Berlin.

*1953 bis 1970 Dozent an der Fachschule

für Werbung und Gestaltung in Berlin und Potsdam

* Freischaffend als Maler und Graphiker tätig.

* 22 Jahre ehrenamtlicher Vorsitzender des

Bezirksverbandes der bild. Künstler (VBK) der DDR, Potsdam.

* Staatliche u. gesellschaftliche Auszeichnungen: Theodor-Fontane-Preis, Joh.R.Becher-

Medaille (Gold), Verdienstmedaille der DDR, Vaterl. Verdienstorden (Silber) u.a.

* Arbeits- und Studienreisen im Ausland: UdSSR, CSSR, VR Polen, VR Ungarn,

Syrien, Ägypten, Portugal, Italien.

* Wesensstarke Ausdrucksformen Kurt-Hermann Kühns sind seine Fresken und Wandmalereien,

wie z. B. ERBEN DES SPARTAKUS, Landesbibliothek Potsdam,

HOMAGE KURT TUCHOLSKY, Rheinsberg (im Jahr 2005 vernichtet),

TODESMARSCH sowie

Hommage an die UNSTERBLICHKEIT, Klinikum Neuruppin

als sein letztes Werk (1989 vollendet).

* Wohnte und arbeitete bis zu seinem Tod 1989 in Wilhelmshorst bei Potsdam.

 

Leipzig 1948 - Kurt-Hermann Kühn im Kreise seiner Studienkollegen (u.a. mit Werner Tübke und Claus Moritz)  -  Welche Idee haben sie wohl damals gerade beerdigt?

 

 

 KURT-HERMANN KÜHN

(Auszüge aus seiner Rede zur Übergabe seines letzten Werkes 1989 in Neuruppin) :

....Ich arbeitete unter der grünen Kuppel ...ließ meine gestalterischen Fantasien schwingen und erfreute mich an den wilden Tauben im Park...Eine Zeile Stephan Hermlins fiel mir ein,...: „Die Zeit der Tauben bricht an.“ Inwieweit ist diese Zeit angebrochen? Jeder muß das Seine tun für ein Zeitalter der Tauben....Mein malerisches Prinzip heißt Tönen, nicht Lärmen – gelärmt wird schon genug in der Welt. Hier in dieser Wandmalerei kommt mein Prinzip vom Tönen wohl am konsequentesten zum Ausdruck......Es gibt im Festsaal keinen Fußbreit, den ich nicht durchschritten habe.Zu allen Jahreszeiten und mit allen Lichtveränderungen habe ich diesen Raum erlebt. Das natürliche, dynamische Licht gibt jeder Wandmalerei Reflektions- reize. Der Lichtwechsel malt imaginär mit..... Die Krankenhausleitung traf eine kulturpolitisch richtige, lobenswerte Entscheidung, den Festsaal in seiner alten architektonischen Grundstruktur rekonstruieren zu lassen.....

 

Im Frühsommer 1989 im Klinikum Neuruppin

 

Portrait Kurt-Hermann Kühn

Zeichnung von Manfred Nitsche 1981

 

Dr. HENNING MÜLLER

(Auszüge aus dem Geleitwort zu einer Ausstellung Kurt-Hermann Kühns in Guben 1993)

.....Nach den Schrecken des Faschismus schien ihm der Sozialismus die gangbare Alter-

native. Er hielt ihn für reformfähig und demokratisierbar, wenngleich er sah, wie die große

Sache von kleinen Geistern verspielt wurde. Er teilte die Tragik dieses historischen Irrtums

mit einer ganzen Generation, die glaubte, dass dieser Gesellschaftsentwurf „vielleicht

noch einen Ausweg, eine Möglichkeit zur Verbesserung enthielt“ (Peter Weiss). Und dennoch: Im Reich der Kunst blieb ihm Unangreifbares. Seine Bilder beherrschten ihn,

überstiegen die reale Herrschaft, hatten ihre eigenen Gesetze. Hier blieb Unverletzliches

im Innersten - die Bilder als Kraftquell und Fluchtpunkt zugleich.

„Wir haben moralisch versagt!“ fasste er am Ende seines Lebens kurz und bündig zusammen.

Geblieben ist uns sein Werk. Sein künstlerischer Nachlaß- Die großen Menschheitsideale

trugen und beschäftigten ihn sein ganzes Leben lang. Und das malte er. Menschen – groß

und klein, dick und dünn, erhaben und stolz, erniedrigt, gequält, gepeinigt, wehrlos oder

zornig, schön oder hässlich. Menschen waren „seine“ Vor-Bilder.

Die Würde des Menschen war für ihn unantastbar, etwas Höheres kannte er nicht...

 

Und hier ein Film dazu:

 

https://www.youtube.com/watch?v=b39JLd7VPq8