Wege und Werke
Marianne Kühn-Berger
Kurt-Hermann Kühn
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"Eine Frau will ich malen...

    ...eine schöne, eine selbstbewusste,

                            eine emanzipierte Frau"

 

 

 

 

Dieser

Ausstellungstitel aus den 1970er Jahren und zugleich Credo des Malers und Grafikers Kurt-Hermann Kühn (1926-1989) könnte auch sehr gut über dem Œvre des künstlerischen und publizistischen Schaffens seiner Künstlerkollegin und Ehepartnerin Marianne Kühn-Berger (1927-2016) stehen. Dieses Thema vereinte das Brandenburger Künstlerpaar zeitlebens und hat sie stets aufs Neue inspiriert. Marianne und Kurt-Hermann führen uns in all ihren Arbeiten, wie im Gesamtwerk immer wieder auf jene Spur zurück, die unausweichlich und unweigerlich beim "ewig Weiblichen" endet - beziehungsweise dorthin, wo für uns alles beginnt.

Beide gehörten zu der ersten DDR-Künstler-Generation,

die nach dem Erleben des Zweiten Weltkrieges und

den Schrecken des Faschismus, sich unbedingt den

klassischen humanistischen Idealen und den sozialistischen Ideen verpflichtet fühlten.

Den gemeinsamen Studienjahren in Leipzig folgte 1952 ihr

Umzug nach Kleinmachnow und 1962 nach Wilhelmshorst bei Potsdam.

 

Während ER sich auf großformatige Malerei und Wandgestaltungen konzentrierte,

begann SIE ihre Karriere mit Modezeichnungen und Veröffentlichungen zur Bekleidungskultur (u.a. in „Sybille“, „Das Magazin“ und „Für Dich“).

Im Berufsleben war SIE von Anfang an freischaffend,

ER nahm 1953 eine Dozentur an der Fachschule für angewandte Kunst in Berlin an.

Neben der publizistischen Arbeit gestaltete, bemalte und formte SIE alles, was irgendwie erreichbar war.

Später wandte SIE sich der Glasgestaltung und seltenen Technik der Miniaturlackmalerei und der zu.

ER unternahm im Auftrag des Kulturministeriums Studienreisen (u.a. nach Syrien, Italien, Portugal) und übernahm ehrenamtliche Leitungsfunktionen im Verband Bildender Künstler.

ER gab mehrere Grafikmappen mit erotischen Zeichnungen heraus.

SIE entwarf für die Interflug die Stewardessen-Uniformen und für mehrere Filmproduktionen die Kostüme.

BEIDER zentrales Thema aber war die Darstellung der Frau: in der Gesellschaft, in der Familie und in der Partnerschaft.

BEIDE lebten die Gleichberechtigung vor und formulierten das auch in ihrer Kunst.

BEIDE traten gegen Vorurteile und für Toleranz ein.

Beide verband trotz ihrer unterschiedlichen künstlerischen Handschriften eine sehr enge geistig-philosophische Verwandtschaft, die zu einem beeindruckend freisinnigen und im wahrsten Sinne des Wortes eigenartigen Werk führte.

 

Nehmen wir uns etwas Zeit, uns in den Bann der Kunst von Marianne Kühn-Berger und Kurt-Hermann Kühn zu begeben...