Wege und Werke
Marianne Kühn-Berger
Kurt-Hermann Kühn
Werkverzeichnis
Aktuelles
Impressum/Kontakt

 

 

 

 

"Eine Frau will ich malen...

    ...eine schöne, eine selbstbewusste,

                            eine emanzipierte Frau"

 

 

 

Dieser

Ausstellungstitel aus den 1970er Jahren und zugleich Credo des Malers und Grafikers Kurt-Hermann Kühn (1926-1989) könnte auch sehr gut über dem Œvre des künstlerischen und publizistischen Schaffens seiner Künstlerkollegin und Ehepartnerin Marianne Kühn-Berger (1927-2016) stehen. Dieses Thema vereinte das Brandenburger Künstlerpaar zeitlebens und hat sie stets aufs Neue inspiriert. Marianne und Kurt-Hermann führen uns in all ihren Arbeiten, wie im Gesamtwerk immer wieder auf jene Spur zurück, die unausweichlich und unweigerlich beim "ewig Weiblichen" endet - beziehungsweise dorthin, wo für uns alles beginnt.

Beide gehörten zu der ersten DDR-Künstler-Generation,

die nach dem Erleben des Zweiten Weltkrieges und

den Schrecken des Faschismus, sich unbedingt den

klassischen humanistischen Idealen und den sozialistischen Ideen verpflichtet fühlten. 

Die Darstellung der Frau in der Gesellschaft, in der Familie und in der Partnerschaft war „ihr“ zentrales Thema. Sie lebten Gleichberechtigung vor und formulierten das nicht nur in ihrer Kunst. Sie traten gegen Vorurteile und für Toleranz ein.

Den gemeinsamen Studienjahren in Leipzig folgte 1952 ihr

Umzug nach Kleinmachnow und 1964 nach Wilhelmshorst

bei Potsdam.

 

Im Paradies der Begegnungen¹ schreibt

Harald Kretschmar über die Kühns:

stets ist sie zwanghaft auf Suche nach Unbeschwertheit. Zeit ihres Lebens ist ein intensiver Wettbewerb zwischen zwei Möglichkeiten zu beobachten, nämlich erotisches Fluidum und charmantes Flair einzufangen. Er sucht bevorzugt in virtuosen Aktskizzen die unbekleidete, sie in heiteren Modeskizzen die bekleidete weibliche Figur. Unvergesslich die Studienzeit beim verehrten Max Schwimmer, dem Leipziger, der in sehnsuchtsvoller Aneignung und Verinnerlichung französischer Lebensart künstlerische Erfüllung fand. Er war es, der ihnen den Esprit des zeichnerischen Lineaments nahe brachte. Bald in Kleinmachnow, gingen sie ganz eigene Wege. Er ins konstruktiv Baubezogene. Sie ins konkret Modeschöpferische.

 

Nehmen wir uns also etwas Zeit, uns in den Bann der Kunst von Marianne und Kurt-Hermann zu begeben...

 

 

 

¹Verlag Faber&Faber Leipzig 2008